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Das
letzte der schönen Feste und eine Demo auf der Streuobstwiese
Es gießt in Strömen
und es stürmt. Martin Redepenning vom BUND hängt am Tombolazelt in den Seilen,
damit das Zelt nicht von dieser oder jener Windböe weggeweht wird. Obwohl das
die Böe nun wieder gar nicht interessiert, weil sie im Zweifel diesen Martin
gleich mitnimmt. Aber er freut sich über die Kinder im Matsch. Über deren
buntes Treiben, das bisweilen eher an Goethes Farbenlehre denn an ein Ökofest
erinnert. Und Chris Hilgenfeld von der Tombola freut sich ebenfalls. Und brüllt
Martin zu „… ich häng mich einfach mit ins Zelt, wenn es wegzufliegen droht“.
Die Böe würde es vermutlich immer noch nicht interessieren, weil sie
Leichtgewicht Chris ebenfalls einfach mitnehmen würde. Aber sicherlich wäre ein
wegfliegendes Zelt mit zwei zappelnden, pitschnassen Ökos die Attraktion beim
letzten unserer Feste auf der Wiese am Wisch. Es bleibt uns
erspart, weil die Böe plötzlich genauso überrascht innehält, wie wir anderen
Organisatoren. Da bahnt sich eine Demo über die Wiese den Weg. Keine
Ordnungsmacht in Sicht. Sie bahnen sich den Weg durch die
achttausendzweihundertdreiundsechzig Besucher des Festes und brüllen lauthals „
... wir wollen weiter unser Streuobstwiesenfest !“ inklusive Ausrufezeichen und
mit Betonung auf „unser“. Keiner der
Demoteilnehmer ist größer als sagen wir fünfzig bis sechzig Zentimeter. Deren
Erzeuger stehen im gebührenden Abstand zu den kleinen Unruhestiftern und freuen
sich den Ast. Uns Organisatoren steht das Maul auf und es regnet rein. Endlich
mal jemand, der nicht d(r)um herum redet „ … in 2007 sollte es schon das letzte
Mal sein. Wer weiß, ob es wirklich der letzte Biss in den Streuobstapfel war“
oder „ … die kriegen die Hygiene nicht
in den Griff, deshalb müssen die aufhören“. Papperlapapp. Alles Unsinn. Wir
hören auf, weil es am Schönsten ist.
Punkt. Und nun steht
Jung-Deutschland eben auf der Wiese und fordert unseren und ihren Tribut. Mehr
Streuobstwiesenfest. Kürzer kann man es nicht fassen. Wasser und Rotz laufen
ihnen über die roten Wangen. Die Ernsthaftigkeit ihrer Forderungen wird durch
das feste Auftreten in ihren Gummistiefeln gleichermaßen betont. Schlamm und
Wasser spritzen hoch und weit, sodass es ein Leichtes für sie ist, sich ihren
Weg über die Wiese und durch die Erwachsenen zu bahnen. Was spielt es da
noch für eine Rolle, dass ab zwei Uhr der Regen aufhört und die übrigen
ElmshornerInnen auch noch den Weg auf die Wiese finden. Was spielt es da noch
für eine Rolle, dass die Zeit nicht mehr reicht, um alle Öko-Bratwürste an die
Männer und Frauen zu bringen. So steht der Superöko und Vegetarier um siebzehn
Uhr plötzlich mit Hunderten nicht verkaufter Würstchen da. Und eigentlich
spielt es auch keine Rolle mehr, ob das Fest nun endgültig aufhört oder
vielleicht doch weitergeht, wie spekuliert wird. Denn bei allem Einsatz in diesen zehn Jahren. Bei allem Urlaub der dafür geopfert wurde. Bei allem ehrenamtlichen, hauptamtlichen und sonstigen Einsätzen – es hat uns Organisatoren letztendlich Spaß gemacht. Aber diese Demo der kleinen Knöpfe, ich sage Ihnen, diese Demo ist mehr als das Sahnehäubchen auf einer netten Veranstaltung. Es ist das ultimative Dankeschön an uns. Da haben sich Menschen, junge Elmshorner/innen sehr sehr wohl gefühlt. Und sie haben es uns auf ihre Art gezeigt. Was können wir mehr wollen? Danach, das erwähnten wir bereits, können wir nur noch aufhören – und hoffentlich mit was Neuem irgendwann wieder auftauchen. Dafür, Ihr Kleinen Menschen danken wir Euch. Danke! Dr.
Elke Krabbe (Stadt Elmshorn); Björn Hansen (SECRETMEDIA) Werner Steinke (Robin Wood) |
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