Die Idee

Ökologie, Macht, Spaß


Fünfhundert Ökos, an einem Tag, auf einem Parkplatz am Elmshorner Rathaus im Jahr 1998.
Nach dem ersten Umweltfest mit dem Namen „Garten der Sinne“ brach bei den Umweltverbänden Euphorie aus. Im nächsten Jahr noch größer und noch mehr an Ökologie Interessierte. Das sollte es sein.
Nach der dritten Flasche Rotwein, an diesem lauen Sommerabend vor ein paar Jahren, flutschte das Wortmonstrum „Elmshorner Streuobstwiesenfest“ über die leicht betäubten Lippen eines der überglücklichen Ökos. „Das merkt sich niemand, das ist doch nicht zumutbar“ entfuhr es einem Mitstreiter.

Das stimmt. Und dennoch begriff damals ein kleiner Kreis aktiver Umweltschützer aus BUND, NABU, städtischem Umweltamt, Eltern für unbelastete Nahrung und ROBIN WOOD, dass dieses Monstrum eine Herausforderung werden würde. Eine Herausforderung, die man einfach annehmen muss, weil alle gesellschaftspolitischen Anzeichen zunehmend auf den Niedergang der Ökologie- und Umweltschutzbewegung zeigten und immer noch zeigen. Resignieren kann man später noch.

Das „gemeine Fußvolk“ sollte an deren Haustür abgeholt, und hingeführt werden, wohin sie ansonsten niemals freiwillig gehen würden: Wo Ökowürste und bei Vollmond gestrickte Wollsocken warten. Wo Apfelsaft von Kindern mit roten Wangen gepresst wird und Treckerfahren die Sprosse von ihren PCs lockt. Wo die Tomate noch nach Tomate schmeckt und der typische Öko im Erscheinungsbild tatsächlich den Vorstellungen der Nicht-Eingeweihten entspricht.

Man sollte das Sensen lernen können, dem Hufschmied über die Schulter blicken und selbst den Hammer auf den Amboß schwingen. Man sollte Bogen schießen und mit altertümlichen Schiffen auf der eigens aufgestauten Krückau zum Fest kommen können, kurzum: Alles was jenseits ausgetretener Volksfest-Pfade, von Pommesbude, Autoscooter und Schießbuden noch aufregend, neu, alt oder fast vergessen war, sollte einen Platz bekommen.

Wohin die Reise gehen würde war keinem klar. Das es eine interessante werden würde indes schien sicher und reizvoll. Und so begab man sich auf den Weg. Wie lang er werden würde war ungewiss.

All das ist nun ein paar Jahr her. Schon im ersten Jahr wurden mehr Ökos und vor allem Nichtökos angelockt als wir in unseren kühnsten Träumen hofften. Bereits jetzt ist ein langer Weg beschritten, ein Ende nicht absehbar.

Mittlerweile begrüßen wir je nach Wetterlage bis zu mehrere zigtausend Besucher in der Zeit von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

Der Reiz des Festes liegt in seiner Vielfältigkeit. Die unterschiedlichen Richtungen, aus denen der feste Kern der Organisatoren kommt spiegelt sich im Programm des Festes wider. Ökologie, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Kultur, altes Handwerk und Sport. Das sind die konstanten Größen und Ausrichtungen des Festes die in ihrer einzigartigen Mischung und unter den Obstbäumen der Streuobstwiese den besonderen Charakter des Festes ausmachen.

Der Name Streuobstwiesenfest ist für eingefleischte Elmshorner längst keine Herausforderung mehr. Und auch überregional konnte sich das Fest als eines der größten Umweltfestivals Deutschlands etablieren. Darauf sind wir stolz. Und wir sind stolz auf unsere Gäste und Besucher, die mit dem Auto kommen dürfen, aber in der Regel die Alternativen nutzen und per Fahrrad, Schiff oder per pedes anreisen.
Und da sage noch einer, das „Elmshorner Streuobstwiesenfest“ ist ein Monstrum, das sich niemand merken kann. Nix da, wir zeigen Euch, dass man Menschen durchaus etwas zumuten darf solange der moralische Zeigefinger im selbst gestrickten Handschuh bleibt und alle ihren Mordsspaß am Fest haben. Danke und bis demnächst - am 3. Oktober in Elmshorn.